Spur N

Am Anfang war die Startpackung
 

Nach einem Wechsel meiner beruflichen Tätigkeit im Jahr 2005 habe ich auch Freizeit gewonnen, die es neu zu organisieren galt. Es war Zeit gewonnen und damit die Möglichkeit entstanden, den langen geheimen Wunsch nach einer kleinen Eisenbahn zum Spielen zu verwirklichen.

Eigene Ideen, was man machen könnte, waren nach dem Besuch verschiedener Ausstellungen und dem Studium von Zeitschriften und Büchern schnell vorhanden.

Es sollte etwas sein, was nicht nur im Kreis fährt, sondern auch die Darstellung eines kleinen Rangierbetriebs ermöglichte. Die Umsetzung einer existierenden Landschaft und ein Schattenbahnhof waren nicht vorgesehen. Um dann auch dem neuen Ruf der Technik zu folgen, sollte die Anlage digital sein und mit einem Computer gesteuert werden. Die bestehenden Einschränkungen der räumlichen Möglichkeiten führten zur Entscheidung für die Spurweite N. Außerdem war noch Material aus alten PIKO-Zeiten vorhanden, welches noch einmal zur Geltung kommen konnte.

Aufgrund langjähriger Kontakte zum „Modellbahnclub Greifswald e.V.“ war eine Clubmitgliedschaft fest eingeplant.

Im Januar 2006 war es dann soweit. Ich wurde als ordentliches Clubmitglied aufgenommen. Damit erweiterten sich die Möglichkeiten zum Bau einer Modellbahnanlage natürlich enorm. Es standen mir nun Räumlichkeiten zum Bauen und auch einige Maschinen zur Verfügung, die man nicht unbedingt zu Hause hat. Weiterhin bekam ich das geballte Wissen und die Erfahrungen der anderen langjährigen Clubmitglieder zu spüren. Ich, der bisher wusste das alles was schwarz ist und hinten Kohlen drauf hat, eine Dampflok ist, wenn ein Stromabnehmer oben drauf ist, ist es eine E-Lok, und wenn es beides nicht hat, ist es eine Diesellok, wurde mit Fachbegriffen zugeschüttet.

Dann wollte ich auch noch vieles anders machen, wie es bisher im Club üblich war. Eine digitale Modellbahn, wozu digital das kann man auch alles analog machen, und es ist auch noch sinnlos teuer. Jeder hatte eine andere Meinung, wie welches Problem gelöst werden konnte. Aber ich hatte auch eine, und die war meist noch anders.

Bevor die Entscheidung für ein digitales Steuerungssystem getroffen wurde, habe ich mich mit den auf den Markt befindlichen Systemen beschäftigt. Bücher haben sich dabei, außer für das Grundlagenwissen, nicht als sehr günstig erwiesen. Bei dem schnellen Lauf der Technik waren sie meist schon überholt. Bei den aufgesuchten Fachhändlern hatte jeder seine Favoriten aber keiner ausreichend Zeit, das Für und Wieder zu erläutern. In Zeitschriften hat man gesehen, was es alles gibt und welche Möglichkeiten vorhanden sind. Meine Wahl viel auf das Selectrix®-System und nun kam auch die berühmte Startpackung ins Spiel.

 

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Schon nach den ersten Fahrversuchen waren viele Clubmitglieder von den Fahreigenschaften begeistert. Doch die Steuerung mit dem Handregler konnte nicht schon alles gewesen sein. Ich wollte schließlich eine Anlage, die von einem Computer geregelt wird. Dazu mussten noch einige weitere Komponenten her. Denn der Slogan „beim Digitalfahren brauchen nur zwei Drähte an die Gleise angeschlossen werden und alles fährt“, funktioniert auch nur bis zu einem gewissen Punkt.

Auf der Modellbaumesse in Rostock 2007 lernte ich den rautenhaus digital® Vertriebspartner Herrn Matthias Scheller vom Modellbahn-Service-Mecklenburg mit seiner mobilen TT-Vorführanlage kennen. Die Vorzüge der digitalen Steuerung mit den Produkten von rautenhaus digital® wie die Fahreigenschaften der Lokomotiven und das sichere Schalten und Melden haben mich überzeugt. Was weiterhin für mich sehr wichtig war, hier hatte jemand Zeit und ist ausführlich auf meine Probleme eingegangen. Es war auch nach dem Kauf ein Ansprechpartner vorhanden, den man bei Problemen anrufen konnte. Nach einer kostenlosen Beratung und Vorführung beim Modellbahn-Service-Mecklenburg stand die Entscheidung für eine digitale Steuerung mit rautenhaus digital® fest.

Nun ging es wieder in eine lange Phase des Bauens und Basteln. Gleispläne wurden entworfen und wieder verworfen. Landschaft und Gebäude wurden hergestellt und aufeinander abgestimmt. Hier machten sich die Erfahrungen der anderen Clubmitglieder besonders bemerkbar. Aufgrund ihrer langjährigen Leidenschaft für die Modelleisenbahn konnte ich mir viele Tricks "ablauschen" und die richtigen Materialien auswählen.

Aber noch immer waren einige von meinem Vorhaben und von der Art der Umsetzung noch nicht überzeugt. Die „schwarzen Kästen“ von rautenhaus digital® wurden belächelt und mit den verschiedensten Witzen bedacht. Dem digitalen Fahren und Regeln stand man noch immer skeptisch gegenüber. Je weiter der Anlagenbau voran schritt, desto mehr traten die Gegenargumente in den Hintergrund. Dank Matthias Scheller vom Modellbahn-Service-Mecklenburg konnte eine vom PC gesteuerte digitale Modellbahnanlage, die nach vielen Stunden der Feinarbeit und Abstimmung der einzelnen Komponenten ganz toll funktionierte, entstehen.

Als dann endlich alles dem Fahrplan entsprechend ablief, war es einfach ein tolles Gefühl. Der Bau einer digitalen Anlage hat sich nach meiner Ansicht gelohnt. Im Fahrablauf sind Möglichkeiten vorhanden, die in einem analogen Betrieb nicht machbar sind. Das betrifft das Fahrverhalten der einzelnen Züge und auch die Abwechslung im Zugbetrieb.

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Zur Weihnachtsaustellung 2008 des Modellbahnclubs Greifswald in der Uni-Mensa konnte ich erstmalig in Greifswald eine PC gesteuerte digitale Modellbahnanlage präsentieren.

An beiden Ausstellungstagen lief die N-Anlage jeweils 8 Stunden ohne eine nennenswerte Störung. Selber konnte ich, nachdem die anfängliche Spannung verflogen war, eine entspannte Ausstellung erleben. Ich konnte mit den interessierten Besuchern reden und die Vorzüge der Steuerung zeigen.

 

Der PC steuerte in Zusammenarbeit mit den Komponenten von rautenhaus digital® perfekt die Abläufe auf der Anlage.

Auf weiteren Ausstellungen in Rostock, Leipzig und in Loitz hat es nur einmal ein Problem im Ablauf des Fahrbetriebes gegeben. Dieses ist durch einen zu engen Zeitplan in der Programmierung des Zugbetriebes entstanden. Aber das soll ja auch bei der großen Eisenbahn mal vorkommen.

Das Ergebnis war jedenfalls so überzeugend, dass nicht nur die skeptischen Meinungen der anderen Clubmitglieder ausgeräumt wurden, es wird nun sogar eine Clubanlage digital umgerüstet, eine weitere auf Computersteuerung umgebaut, eine Dritte wird digital gefahren und analog geschaltet.

Aber auch bei meiner Anlage hat sich gezeigt, dass die Möglichkeiten einer digitalen Steuerung noch lange nicht ausgeschöpft sind.
So ist z.B. noch die Ansteuerung von Funktionsmodellen vorgesehen und eine Erweiterung für die Darstellung eines abwechslungsreicheren Fahrbetriebes ist bereits geplant.

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Textbeitrag und Bilder: Gerd Schwarz im Januar 2010.